![]()
Leseprobe
Das Buch "Global
Flyer" von Brian Milton
In 80 Flugtagen um die Welt
In seinem Buch "Global Flyer" erzählt Brian Milton vom einzigartigen Abenteuer der ersten Weltumrundung mit einem Ultraleichtflugzeug. Sein Pegasus Quantum 912 führte ihn durch über 30 Staaten auf einer Gesamtstrecke von fast 40.000 Kilometern. Ob man nun fliegerisch in Brian Milton´s Fußstapfen treten, oder nur die Geschichte des "Global Flyer" lesen will, der nachstehende Auszug aus seinem Buch gibt einen Vorgeschmack auf das, was einen erwartet.
Bestellung, Preise und Infos zum Buch am Ende dieser Seite.
Rückblick:
Am 21. Juli traf Brian Milton nach 117 Tagen wieder in Brooklands (bei London) ein, nachdem er von syrischen MIG-21 Jets bedrängt wurde, seinen 912er in Saudi-Arabien wechseln mußte (Ölstand nicht kontrolliert), durch endlosen, strömenden Regen in Wolken in Südostasien geflogen war und fast an bürokratischen Hürden (Einfluggenehmigungen) in China, Japan, Rußland und Grönland (Dänemark) gescheitert ist. Ohne diese Verzögerungen hätte er sein Ziel, die Welt in 80 Tagen zu umrunden, wohl auch erreicht.
Während Brian Milton in Rußland zusammen mit Keith Reynolds, der bis dorthin mit ihm geflogen war, auf die Genehmigung zum Weiterflug wartete, wurde er mitsamt seiner Maschine zwei Mal von extremen Windböen umgeworfen. Die Russen verlangten eine Verfolgermaschine, die rund 100.000 US-Dollar gekostet hätte, oder einen russischen Navigator auf dem Passagiersitz, der sich nach den Rückziehern der ersten zwei Kandidaten dann nach 3 Wochen doch noch fand. Keith Reynolds hätte also erst ab Alaska wieder mitfliegen können. Hinzu kam, daß der Sponsor GT Global zur gleichen Zeit von der amerikanischen Investmentfirma Invesco übernommen wurde. Das zugesagte Sponsoring war sicher, doch die personelle Unterstützung des Projektes durch Helfer in London wurde kurzerhand trotz des bisherigen Erfolges eingestellt. Weil Keith Reynolds nicht über die Zeit und die nötigen Mittel verfügte, das Projekt weiter durchzuziehen und er zudem den ganzen Abschnitt durch Rußland nicht hätte mitfliegen können, entschloß sich Brian Milton alleine weiterzufliegen. Mit seinem Navigator hat er sein Quantum dann gleich bei der ersten Landung nach der ersten Etappe in Rußland wegen extrem böiger Windverhältnisse umgekippt.
Von den Alëutischen Inseln an flog er alleine bis Alaska, dann über Kanada nach San Francisco, quer durch die Staaten bis nach New York, die Ostküste hoch und schaffte dann den großen Sprung rüber nach Grönland. Nun stand ihm die Durchquerung Grönlands bevor.
Diese Etappe war eine der kältesten und am meisten beängstigenden aller zu bewältigenden Abschnitte. Sie führte in eine Höhe von 12.000 Fuss über die bis zu 4.000 Meter hohe Eiskappe, die fast ganz Grönland überzieht und über Wolkenfelder die ihn zu verschlingen drohten. Vor lauter Einheitsweiß wußte er zuweilen nicht, ob das unter ihm sichtbare Schnee oder Wolken waren. Der Ausfall der Funksprechverbindung erleichterte ihm dabei die Überwindung seiner Ängste nicht gerade.
Auszug eines Kapitel aus Brian Miltons Buch Global Flyer
13. Juli 1998:
Von Sondestrum nach Kulusuk,
618 km, 6 Stunden und 10 Minuten Flugzeit
Um 5:00 Uhr aufgewacht, habe geschrieben, meine Sachen gepackt und bin zur Flugwetterwarte gegangen und habe dort den Betrunkenen getroffen, der mir sagte, wie der Höhenwind sei. In Sondestrum soll er aus Westen kommen und weiter in Kulusuk aus nördlicher oder nordöstlicher Richtung.
"Der Wind ist nicht sehr stark" sagte er, aber jedes bißchen Wind kann mich 20 % meiner Geschwindigkeit über Grund kosten.
Ich war in der Stimmung loszufliegen, egal wieviel Angst ich auch hatte. Der Himmel sah gut aus blau, mit ein paar Übrigbleibseln vom Vortag. Auf der Satellitenbildkarte konnte man ein dünnes Wolkenband in der Mitte und im Osten der Insel entdecken, die aber nördlich meiner Flugroute zu sein schienen. Und wenn Sie nicht zu hoch sind, dann kann ich ja auch über ihnen fliegen, folgerte ich, denn ich mußte einfach einsehen, daß das Wetter in Grönland immer auf einer Seite schlecht ist und auf der anderen Seite meistens nicht. Es bleibt also nur die Entscheidung, ob man vom guten Wetter ins schlechte Wetter fliegt oder umgekehrt.
Ich war der Erste beim Frühstück Kaffee, Orangensaft, Cornflakes, Käse und Marmelade und wurde unterbrochen durch einen Telefonanruf von Andy Webb, dem TV-Produzenten, der versuchen wollte, mich zu treffen.
Ungewöhnlich, daß ich vor dieser wichtigen Etappe noch keinen Anruf von SKY TV erhalten habe. Karl, ein Angestellter des Flughafens, der mich abholen wollte, verspätete sich, und so traf ich gerade am Hangar ein, als sein Auto endlich dort auftauchte. Ich baute mein Quantum-Trike halb zusammen und ging mit Karl zur Flugberatungsstelle, um eine wieder große Rechnung zu begleichen: fast 100 US-Dollar Landegebühr. Es ist recht teuer in den arktischen Breiten.
In einem Traum
Ich war innerlich aufgewühlt und meinem Schicksal ausgeliefert. Es fiel mir schwer, zu begreifen, was ich tat, wo doch für mich und meinen offenen Flieger über 600 km Eis und Schnee ohne Spuren von Zivilisation vor uns lagen. War das jetzt Wirklichkeit? Oder war es ein Traum ? Für einen Moment fühlte ich mich klar und dann versank ich wieder in die übliche Routine der Flugvorbereitung. Es scheint immer ewig zu dauern, wenn man den riesigen Haufen Zeug vor sich hatte, das man entweder verstauen oder anziehen mußte. Aber jedes Mal, wenn ich meinen Overall anzog, hatte ich den klaren Beweis vor mir, daß ich fast fertig war. Ich ging ein letztes Mal pinkeln, während ich darüber nachdachte, ob ich wohl zu viel zum Frühstück getrunken hatte. Schließlich kämpfte ich mich in meinen Überlebensanzug, Schwimmweste und Fliegeroverall hinein. Wie immer wurde es mir schnell warm und ich begann zu schwitzen.
Ich stopfte die große grüne Tasche mit meinem Kleidungsvorrat voll, sicherte diese auf dem Rücksitz und zog das Trike aus dem beheizten Hangar heraus, dessen Miete mir von Greenland Air erlassen wurde bei 125 US-Dollar Unterstellgebühr pro Nacht eine beachtliche Ersparnis.
Links von mir startete eine C-135 ihre kräftigen Triebwerke, und als sie vorbei rollte, hielt ich den Flügel meines Quantums fest, um nicht weggeblasen zu werden. Kurz darauf ruckelte die C-135, wendete und kehrte zurück an ihren Stellplatz. Dann kam Karl herbei und sagte mir, die Crew hätte Feuer an einem Triebwerk gemeldet. Ich schüttelte ihm die Hand, stieg in meinen Flieger und verbrachte wie üblich 5 Minuten damit, mich, beide GPS, den Funk, die Kameras und das Mikrofon einzustöpseln. Nach Starten des 912ers zwang ich mich mehr als jemals zuvor, alle Temperaturen, den Laderegler und die Doppelzündung mehrfach und sorgfältigst zu prüfen es funktionierte alles.
Der Flug
Ich startete gegen Osten, weil der östliche, kalte Bodenwind entlang der Eiskappe herunter wehte. Ich war davon überzeugt, wenn ich einen Ostwind beim Start hatte, der Wind auf der anderen Seite Grönlands von Westen her entlang der Eiskappe herunter wehen müßte. Ich hielt Kontakt mit der Flugverkehrskontrolle und begann einen leichten Steigflug über nackte Berge, dunkle Seen und Fjorde und behielt die Eiskappe wachsam im Auge, als diese in Sicht kam.
Auf die große Entfernung war es schwierig, zu sagen, wo die Eiskappe endete, und wo dünne weiße Wolken begannen, aber ich würde ja früh genug dort sein. Ich betrachtete die Spur meines Fluges vom Samstag auf dem GPS und stellte fest, daß ich seit dem Start 55 km zurückgelegt hatte. Jetzt war die Sicht klar, meine Reisegeschwindigkeit über Grund war mit 50 Knoten (93 km/h) nicht so schlecht, nachdem ich kurz zuvor vom GPS alarmiert worden war, daß diese nur 38 Knoten betragen hatte. Also entschied ich mich weiter zu fliegen.
Eine ganze Weile geschah nichts Besonderes, außer daß ich weiter bis auf 8.500 Fuss gestiegen war und es sehr kalt geworden war.
Ich schlug immer wieder meine Hände zusammen, um meine Fingerspitzen noch zu spüren und bewegte krampfhaft die Zehen in meinem rechten Stiefel, in dem die Isolierung zerbröckelt war.
Ich fragte mich, ob ich meine Sonnenbrille zu Schutz vor dem grellen Licht der Sonne und des Schnees aufsetzen sollte, aber dies bedeutete, daß ich das Visier öffnen müßte und ich war mir nicht sicher, ob ich es unter dem Druck all meiner Overalls und Halswärmer wieder sauber verschließen könnte.
Ich fürchtete mich ein wenig, weil der Erfolgsdruck auf mir lastete, und diese Ängste steigerten sich plötzlich, als die Funkverbindung abriß! Die Ladestromversorgung des Headset über das Adapterkabel funktionierte nicht mehr und nach Entladung des Akkus war das Intercom jetzt ausgefallen (Bei Lynx-Headsets ist die Elektronik des Intercom samt Akku im Headset untergebracht. Das Headset wird dann über ein Adapterkabel welches hier teilweise ausgefallen war - direkt am Funkgerät angeschlossen und von diesem geladen, RM). Dies bedeutete, daß ich versuchen mußte, das Ersatz-Adapterkabel zu finden aber jetzt wegen der grausigen Kälte noch nicht.
Es gibt ein kleines von Menschenhand geschaffenes Zeichen in der Mitte der Eiskappe eine automatische Wetterstation mit dem Namen Dye 2, welche ich auf meinem GPS markiert hatte. Ich hatte diese ungefähr 150 Kilometer nach dem Start von Sondestrum, kurz nach dem Ausfall des Funks, in Sicht und es war mir angenehm zu wissen, wo diese Station ist, falls es nötig sein sollte, umzuplanen oder die Etappe abzubrechen und zurückzukehren.
Eine dünne Wolkenschicht tauchte unter mir auf, und es fiel mir schwer zu unterscheiden was Wolken und was Schnee war, weshalb ich mich wieder zum Steigen entschloß.
Aus meiner Karte konnte ich ersehen, daß ich mindestens 9.000 Fuss Höhe brauchte, um auf meiner direkten Route nach Kulusuk frei von Hindernissen zu bleiben. Deswegen stieg ich bis auf 10.000 Fuss und hielt mich immer über den Wolken. In dem Maße, wie ich stieg, stieg auch der Grund und die Wolken unter mir mit an, was mich zwang, noch höher zu steigen, als ich jemals in einem Ultraleichtflugzeug geflogen bin, nämlich auf 12.000 Fuss. Dort war die Sicht wieder klar, die Luft so dünn, daß ich keuchen mußte und die Kälte zum Erstarren eisig. Eine Eisschicht bildete sich auf der rechten Seite meines Visiers, weil meine Atemfeuchtigkeit daran kondensierte und gefror.
Die Wolken unter mir waren inzwischen so dick geworden, daß ich unter mir praktisch keine Erdsicht mehr hatte. Es ging jetzt um alles oder nichts. Ich malte mir aus, daß ich bei einem Motorausfall und Eindringen in diese undurchsichtige Wolkenschicht beste Aussichten hätte, innerhalb von wenigen Minuten einen gräßlichen Tod zu sterben. Obwohl ich es zu verdrängen versuchte, waren mir diese Gedanken dauernd präsent. War es nicht dasselbe wie der Überflug der teilweise gefrorenen See in Okhutsk, fragte ich mich? Was ist denn jetzt anders?
Ich konnte meine eigene Stimme, die diese Fragen laut stellte, wegen des ausgefallenen Intercom nicht mehr hören, was mein Gefühl der Abgeschiedenheit zusätzlich verstärkte. Ich versuchte den Wolkenabstand dauernd zu schätzen, und hielt die Drehzahl hoch um ja nicht zu sinken, weil ich Angst vor dem White-out, dem Orientierungsverlust in der Wolke, hatte. Außerdem könnten die Wolken ja einzelne höher reichende Quellungen haben, die meinen Flieger verschlingen und mit Eis beladen würden. Oder ich könnte die Schneeflächen für Wolken halten, eine Täuschung, die ich bis anhin für unmöglich gehalten hätte bis ich hier selbst dauernd am Zweifeln war. Inzwischen glaube ich die Geschichte über einen Piloten, der im Schnee aufgeschlagen ist, ohne es vorher zu ahnen.
Kein Land in Sicht
Die Wolken, die anfangs zwar ausgedehnt waren, aber keine geschlossene Schicht bildeten, verdichteten sich nun so stark, daß ich an keiner Stelle - egal ob unter mir oder auch weiter entfernt - mehr Erdsicht hatte. Ich war total abgetrennt von der Erde, sowohl visuell durch Wolken als auch in Bezug auf Kommunikation durch mein "taubes" Headset. Um mich aufzuwärmen, konnte ich ein bißchen im Sitz hin- und herrutschen, die Hände zusammenschlagen, mit den Schultern wackeln und dabei immer ängstlich meine Instrumente im Auge behalten.
Meine Geschwindigkeit über Grund nahm mal zu und dann mal wieder ab, manchmal sank sie auf nur 44-46 Knoten (81-85 km/h), so daß ich mir wilde Gedanken machte, ob mein Spritvorrat reichen würde. Manchmal, je nach Laune des Windes stieg die Geschwindigkeit über Grund auf über 65 Knoten (120 km/h).
Phantastische, dünne Wolkenformationen tauchten am Himmel über mir auf, und die Kondensstreifen eines Jets auf dem Weg nach Amerika bildeten eine scharf gezeichnete Schattenlinie auf die unter mir liegende Wolken- oder Schneefläche, die mir ziemlich genau den Weg nach Kulusuk deutete. Dieser Schatten begleitete mich für etwa eine Stunde. Ich versuchte meinen Flieger durch Anpeilen von irgendwelchen Wolkenfetzen in meiner Richtung auf Kurs zu halten, fiel aber immer wieder rechts oder links von diesem Kurs ab, sobald ich die Konzentration verlor und mußte immer wieder meinen Kurs korrigieren.
In Gedanken war ich manchmal bei der Sache, manchmal aber auch weit weg. Ein Teil meiner Gedanken beschäftigte sich mit Sommertagen in Frankreich, wo ich mir vorstellte, wie ich einen Arbeitstag zum Schreiben dieses Buches angehen würde: früh Aufstehen, eine wilde, ungebremste 3-Kilometer-Abfahrt mit dem Fahrrad, wo mir zwei Mal Wildschweine auf dem Weg begegnen würden, danach der mühsame Aufstieg zurück in das 700 Jahre alte Dorf, die Zeitung "Daily Telegraph" vom Vortag, Baguettes, Butter, Apfelkuchen, zu Duschen, den schwach zu empfangenden Sender "Radio 4" zu hören, die Zeitung zu lesen und danach zehn bis zwölf Stunden zu entspannen und zu schreiben. Wenn ich lebend ankomme, werde ich das in drei Wochen tun.
Der Kontrast zwischen meinen Gedanken und der Realität erschien mir nicht als unwirklich.
Nach fünf Stunden sah ich in der Ferne die ersten Anzeichen, daß die Welt nicht völlig weiß und trostlos ist. Eine Linie schien den Übergang von weiß zu blau zu markieren. Beim Näherkommen tauchten Details von Bergen und der Küste auf. Ich riskierte den Abstieg auf 9.000 Fuss als ich das Gefühl hatte, daß sich die Wolken unter mir ausdünnten, und ich wage Linien und Wolkenschatten am Boden, sowie in brillanten kobaltfarben schimmernde Wasserflächen im Schnee wahrnehmen konnte.
Ich vermutete, daß es jetzt nicht mehr so kalt sein könne, streifte einen Handschuh ab und kramte in einer meiner Hosentaschen nach dem Ersatz-Adapterkabel für das Funkgerät suchend herum. Als ich dieses gefunden hatte, steckte ich es am Headset ein, und verband es mit dem Funkgerät. Meine Hand schmerzte noch eine halbe Stunde später. Ich konnte Sondestrum wieder hören - die haben ein hervorragendes Funknetz in Grönland und meldete, daß ich noch 80 Kilometer zu fliegen hätte. Dies meldete ich eher, um wieder von einem Menschen gehört zu werden, als um sie zu informieren.
Höhenangst
Mich beschlich ein ungutes Gefühl in dieser Höhe, weswegen ich einen weiteren Sinkflug einleitete, um diese Ängste loszuwerden. Einige schroffe Berge, ein Fjord und ein paar halb mit Schnee bedeckte Inseln glitten unter meinem Flügel hindurch. Ich konnte das Meer sehen, bedeckt mit Tausenden von Eisschollen und Überbleibseln von Eisbergen. Ich "stürzte" langsam aus dem Himmel und genoß das Gefühl, wieder unter den Lebenden zu sein.
Die Hoffnung erwachte in mir und ich war wieder in der Lage, klar zu planen und zu denken. Sondestrum forderte mich auf, auf die Frequenz von Kulusuk zu wechseln, welche mir auf meinen ersten Anruf hin sofort antworteten. Obwohl wir noch rund 50 km voneinander entfernt waren, gab mir das ein Gefühl der Sicherheit. Ich hatte wieder Kontakt zur Welt.
Die aus verfestigtem Schotter angefertigte Landebahn lag im Lee eines furchteinflößenden Berges. Kulusuk ist der östlichste Flugplatz in Grönland vor der nächsten Etappe, der Überquerung von 725 km offenem (Eis-)Meer nach Island.
Ich setzte, wie ich vermutete, zum Gegenanflug an, konnte dann aber direkt einlanden, rollte an einem schwebenden Hubschrauber vorbei, und hatte meinen Flieger schon bald in einem Jet-Hangar untergebracht.
Der junge Flugsicherungsangestellte Jesper Longsholm Skov lieh mir ein Telefon aus, um Andy in England anzurufen (Charles und Alison waren vom Büro schon nach Hause gegangen, weil es schon spät war), und arrangierte mir ein Hotel und Treibstoff. Ich füllte alles, auch den 10-Liter-Reservekanister, bis obenhin, so daß ich morgen gleich losfliegen können würde. Ich werde jeden Tropfen brauchen, um die über 700 km Eismeerstrecke nach Island zu schaffen.
Der Flugleiter fragte mich, ob ich Eppo Neumann kennen würde. Ich sagte, daß ich schon am Telefon mit ihm gesprochen, ihn aber nie getroffen hätte.
"Dieser Holländer war verrückt" sagte der Flugleiter. Er war eine Woche lang hier und fragte mich am ersten Tag, ob es einen legalen Weg gäbe, seinen Verfolgerpiloten umzubringen ! Es meinte das ernst ! Er war geladen wie Dynamit mit einer so langen Zündschnur, und hielt dabei zwei Finger nahe zusammen.
Lieber alleine ?
Ich fragte mich, ob es gut gegangen wäre, wenn ich Eppo´s Angebot in Nome / Alaska angenommen hätte, ihn anstelle von Keith mitzunehmen. Jetzt bin ich davon überzeugt, daß ich ohne Keith schneller voran komme als mit ihm, weil ich mich mit niemandem Streiten muß und nicht zu diskutieren habe, ob das Wetter fliegbar ist oder nicht... .
Ich hatte gehört, daß Kulusuk der primitivste Ort in Grönland sei, aber ich fand es ultra-zivilisiert, mit Telefon, Fax, Dusche, Bier oder einer guten Flasche Lussac St Emilion für 30 US-Dollar, was ich für einen guten Kauf hielt und sie trank. Aber ich bin um 1:30 Uhr morgens aufgewacht, und konnte seither nicht mehr schlafen. Sicherlich suchen mich die Leute von SKY TV und kommen nicht durch, weil der Empfang am Hotel nicht besetzt ist.
Wenn ich zum Himmel schaue, kann ich nicht erkennen aus welcher Richtung der Wind weht, ich werde sowieso eine anständige Vorhersage brauchen.
Andy sagte, er würde mich heute abend in Reykjavik treffen, aber ich bin mir noch nicht so sicher. Jeder, einschließlich ich selbst, hält die nächste Etappe für kaum schaffbar. Ich habe immer noch 1.600 km bis Schottland vor mir. E
Übersetzung durch Roy Maihöfer (RM) mit freundlicher Genehmigung von Brian Milton. © Brian Milton, 1998.
Brian Miltons Buch "Global Flyer" erhältlich bei SKY TEAM
Brian Miltons Dokumentation über seine Weltumrundung in einem Pegasus Quantum 912 ist fertig und wird ab Mitte November ausgeliefert.
"GLOBAL FLYER" 224 Seiten, 24 Seiten Fotos, 234 x 156 mm. Erhältlich bei: Preis DM 59,00 zuzüglich DM
14,80 Verpackung, Versand- und Nachnahmegebühren. |
Jetzt direkt im SKY TEAM - Shop bestellen
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Über dieses Abenteuer wurden über 200 Stunden Videobandmaterial produziert, der überwiegende Teil davon wurde mit einer in der Kieltasche fest eingebauten Kamera aufgezeichnet. Ein Kamerateam, das das Trike an vielen Etappen erwartete, ergänzte diese Aufnahmen. Die Produktion einer mehrteiligen Fernsehserie im englischen TV über dieses Abenteuer läuft. Möglicherweise werden Videokassetten erhältlich sein. Die Preise und der Umfang standen zum Redaktionsschluss noch nicht fest. Bei Interesse bitte bei SKY TEAM, siehe oben nachfragen.
SKY TEAM
Tel.: 07555-94724
Fax: 07555-94723
PEGASUS Trikes - die bessere Entscheidung !