Übersetzung
des englischen Originaltextes in die deutsche Sprache durch Roy Maihöfer (RM).
Das MF Microlight Flying-Magazin ist die Verbandszeitschrift
des BMAA, vergleichbar mit dem DULV info.
TESTFLUG QuantumDie fliegende Limousine |
von Keith Wingate
Nach einem harten Arbeitstag,
ist es schön, sich hinzusetzen und diesen Bericht für MF (Microlight Flying-Magazin,
Anm. RM) zu schreiben, besonders deswegen, weil es draussen kalt und windig ist.
Obwohl es manchmal schwierig ist, etwas Interessantes zum Schreiben über diese ganzen
Trikes zu finden - sie fliegen heutzutage alle ganz gut - so ist es dieses Mal eine
Freude, auf ein Trike zurückzublicken, das ich beim Ebrington Club Team - Wettkampf
geflogen habe. Ich flog ausserhalb der Wertung mit, aber es war ein guter Tag draussen und
es ist jetzt ein beschämendes Winterwetter hier..
Beim schnellern Durchblättern
der Preisliste merkt man, dass das Quantum eines der teuersten Trikes auf dem Markt ist,
und das Testgerät, ein 582er Super Sport mit elektrischem Anlasser, Vollaustattumg an
Instrumenten (Kompass, Speed, Vario, 3-Zeiger-Höhenmesser, elektron. Tankanzeige,
Wassertemperaturanzeige, Doppel-Abgastemperaturmessung für beide Zylinder,
Drehzahlmesser, digitaler Betriebsstundenzähler mit analogem Minutenzeiger, dreifarbige
Batteriespannungsanzeige, Zündschloss Anm. RM) mit allem drum und dran ungefähr
16.000 britische Pfund (ca. DM 48.000, Anm. RM) kostet. Das ist verdammt viel
Geld für ein Trike, würden Sie wohl sagen. Das habe ich zu John Fack von Solar Wings
auch gesagt. Er deutete darauf hin, dass, basierend auf dem Preis des Vorgängers des
Quantums, dem ehrwürdigen alten Q, zusammen mit allen Extras des Quantums unter
Berücksichtigung der Inflation, der Preis kaum höher wäre als früher. Ich habe das
nicht nachgerechnet, weil ich nackt nur auf 21 und in höflicher Manier nur auf zehn
zählen kann, deshalb überlasse ich es Ihnen, darüber nachzudenken. Wir auch immer, ich
denke es ist ein fairer Kommentar, dass nicht alle Quantums 16.000 britische Pfund kosten,
sondern dass die Preisskala bei 9.995 britschen Pfund in der einfacher motorisierten
Version beginnt.
Was bekommt man nun für sein Geld ? Nun - es ist ein Riesending von Trike. Wenn man sich daneben stellt, weiss man, was ich meine. Diese Trike ist gross; die Mastspitze scheint meilenweit entfernt zu sein. Obwohl es kaum gröser ist, als das Q Trike, welches es ersetzt, erweckt es den Eindruck, es sei grösser geworden.
Bei näherer Betrachtung des Trikes kann man sehen, dass Solar Wings (die Muttergesellschaft von PEGASUS, Anm. RM) sich komplett vom klassischen Trike entfernt hat, obwohl es einige der klassischen Teile und der Konstruktion vom Quasar geerbt hat. Da der Grundrahmen und der Mast aus Vierkantmaterial gefertigt ist, welches sich sehr gut eignet um andere Teile ohne Sattel-Unterlegscheiben daran zu befestigen... , dürfte es stabiler sein als das vorher verwendete Rundmaterial und man bekommt keine Probleme mit Torsionen (Verwindungen), die man sonst mit Rundmaterial hat.
Hier enden die Ähnlichkeiten, weil alle anderen Details, die wie Geimeinsamkeiten zwischen Quantum und Quasar wirken, anders ausgeführt sind. Wie man es von einem Trike erwarten würde, das ein solches Erbe antritt, ist das Quantum vollbeladen mit Dingen, die man für eine intergalaktische Kreuzfahrt brauchen würde und ist konzipiert für einfache und stressfreie Handhabung, z.B. an einem windigen Tag, wenn man versucht, den Motor zu starten und das Trike ruhig zu halten, mit der Kartentasche herumkämpft etc. .
Das Quantum gibt es schon eine
Weile und weil den meisten dessen Konstruktion und Merkmale bekannt sind, werde ich nicht
so sehr ins Detail gehen - aber einen Blick ist es wert
Die Testmaschine ist ein 582er mit 54 PS (deutsche Version 64 PS !)
mit elektrischem Vorgeleganlasser und CDI-Zündung. Der Motor mit Einlassschalldämpfer
treibt einen Arplast-Propeller mit drei grossen Blättern (deutsche Version 4-Blatt
Arplast, RM) an. Diese Version mit Elektrostarter hat eine GFK-Vollverkleidung und
einen 49 Liter fassenden Tank. Der Motor selbst ist in einem Rahmen befestigt, der zu
jeder Zeit fixiert bleibt. Dies hat einige Vorteile: die Kraftstoffleitungen, die
Bowdenzüge für Gas und Choke und die Kühlmittelschläuche werden nicht gebogen, wenn
man den Mast zum Auf- und Abbau der Fläche abklappt und die Motoraufhängung muss nicht
mit einem Abklappmechanismus fertig werden. Dies wirkt sich Positiv auf die Spurhaltung
der Räder beim Landen aus. Der Kraftstofftank ist unter den Grundrahmen geschlungen, was
der Tieferlegung des Schwerpunktes dient. Durch diesen tiefliegenden Tank, durch den etwas
tiefersitzenden Motor und einem angemessen breiten Radstand ist das Trike sehr stabil.
So - und wie kriegt man die Fläche hoch ? Hier ist der clevere Teil. Der Mast ist am Fusspunkt kippbar und durch Lösen eines grossen Exzenterspannhebel am oberen Ende des Rücksitzes klappt der Mast in einen in den Sitz eingearbeiteten Schlitz. Alles, was zu tun ist, ist das Sitzkissen umzufalten, die Frontstrebe auszuhängen, mit dem Trike an die Fläche heranzurollen und siehe da - eine Gasfeder (wie die in der Heckklappe vieler Autos) hilft Dir, den Flügel mit unglaublicher Leichtigkeit in seine Position hochzuheben. Man rastet den Exzenterspannhebel ein, setzt die Frontstrebe ein, und ab geht´s. Das verstehe ich unter stressfrei. Es hätte mich noch mehr beeindruckt, wenn sich die Fläche per Knopfdruck selbst aufgestellt hätte - aber auch so ist es eine klare Verbesserung.
Das Fahrwerk sieht wie ein kräftiges Stück Ingenieurskunst aus, was sich später auch bewahrheitete. Das Quantum ist auf allen drei Rädern gefedert, und zwar mit so starken Dämpfern, wie ich sie noch nie zuvor gesehen hatte. An der Vorderradgabel sind die Dämpfer innenliegend, aber an den Hinterrädern kann man sie am oberen Ende der Strebe sehen. Beide Hinterräder sind an geschweissten ChroMo-Stahlschwingen (Chrom-Molybdän-Stahl, wie viele Mountain-Bikes..., RM) beweglich am Hauptrahmen befestigt. Der Vorteil darin ist, dass sich das Rad nur nach oben und unten bewegen kann, so dass die stete senkrechte Radführung gewährleistet ist (Wie z.B. bei den Formel 1 - Radaufhängungen: beim Einfedern geht das Rad nicht auf einer Kreisbahn nach oben, sondern geradlinig senkrecht, Anm. RM).
Die Sitze im Quantum basieren auf einer mehrlagigen GFK-Struktur,
die durch eine einteilige Sitzauflage gepolstert werden. Der Vordersitz hat eine
Rückenlehne, die zum Einsteigen in den vorderen Sitz umgeklappt wird, und die einen sehr
komfortablen Eindruck vermittelt. Selbst durch einem grossen und schwergewichtigen
Passagier wird man als Pilot in seinem Sitz nicht nach vorne gedrückt, da der hintere
Sitz grosszügig bemessen ist. Desweiteren ist der hintere Sitz jetzt etwas tiefer als
beim alten Q-XL, was einem mehr Sicherheitsgefühl vermittelt, wenn man "in"
einem Trike und nicht "auf" einem Trike sitzt. Ich bin 6 feet 3 inches (1,90
m, Anm. RM) und fühlte mich ausnahmweise bequem auf dem Rücksitz eines Trikes. Ein
richtiges Lob!
Die Vollverkleidung ist eine grossartige Sache, liegt voll im Trend und bot meinen Beinen jede Menge Platz. Das Design der Vollverkleidung hat mich auf den ersten Blick nicht ergriffen, aber sie erfüllt ihren Nutzen während des Fluges sehr gut, was wohl auch die Hauptsache ist. Es ist ein gutes, grosses Cockpit für ejde Menge Instrumente vorhanden, so dass man sich wie ein Airliner-Kapitän fühlen kann, wenn einem der Sinn danach steht. Die sonstigen Anbauteile sehen gut aus und sind nicht nur zur Show da. Die Radverkleidungen haben schlanke Fledermaus-Finnen und der Mast ist mit einer aerodynamisch profilierten Verkleidung umformt - alles um die Richtungsstabilität zu erhöhen, weshalb es sich lohnt einen Blick auf die Flugeigenschaften zu werfen.
Die Fläche ist eine Weiterentwicklung der alten Q Fläche. Sie
sieht oberflächlich betrachtet gleich aus, aber ein näherer Blick enthüllt einige
Neuerungen; in der Hauptsache ist dies eine Geschwindigkeitstrimmung mit einem Handrad am
rechten Seitenrohr des Steuerbügels. Eine Zug verläuft hinauf durch den A-Rahmen, und
tritt an der Oberseite der Fläche am Trum wieder aus, wo der Zug an den Luff-Leinen
angebracht ist. Durch Verdrehen des Handrades bringt man einen höheren Zug auf die
Luff-Leinen, welche die Nase des Flügel im Fluge anheben. Hierdurch kann die Trimmung auf
beste Steigleistung oder beste Reisegeschwindigkeit eingestellt werden, was die Arbeit des
Pilopten erheblich erleichtert. Am Steuerbügel sind drei Marken angebracht: SCHNELL,
START und LANGSAM. Weiterhin sind die hinteren Unterverspannungen durch eine kurze
Y-Verbindung zusammengeführt, und Änderungen an der Kieltasche und den Finnen
vorgenommen worden, die es dem Flügel erlauben, dass er sich leichtgängiger bewegen
lässt. Die Flügelhinterkante ist verstärkt mit Kevlar um zu verhindern, dass das das
Segel durchreisst, wenn sich der Propeller einmal "auflösen" und durch das
Segel schiessen sollte, was aber unwahrscheinlich ist, da die Abstände zur Fläche gross
sind.
Das ist das, was hier am meissten Spass macht. Nach einem Flug mit dem Testpilot von Solar Wings, während dem er mir mit seiner fundierten Erfahrung einige Tips gab, war ich frei. Die Maschine selbst war ein 582 Super Sport, mit der bereits die Madrid-London Rally gewonnen wurde, und als Vorführgerät und Hängegleiter-Schleppmaschine eingesetzt wurde. Das heisst, es war ein Gerät, das schon einiges hinter sich hatte, was man in der Praxis mit einem drei bis vier Jahre alten Gerät eines Normalpiloten vergleichen könnte.
Ich sass sehr bequem auf dem Vordersitz und konnte mich richtig entspannen. Ich hatte nicht das Gefühl wie in einem Anzug, der zwei Nummern zu klein ist, und deswegen meine Bewegungen einschränkte. Das Starten war einfach: ein müheloses Drehen am Zündschlüssel und los ging´s. Ich rollte zum Rollhaltepunkt der Graspiste in Ebrington, deren Wellen und betonharte Oberfläche vom Fahrwerk ohne Schwingen oder Ausbrechen vollkommen geschluckt wurden, wobei es beim Start mit Passagier noch besser dämpfte. Wie auch immer, die Federung ist gut abgestimmt.
Am Haltepunkt ein flüchtiger Blick auf die Temperaturen, Vollgas-Check bei gehaltenen Bremsen, und ab ging´s. Die Beschleunigung war für den 54 PS Motor gut (dt. Version 64 PS !, RM), und bei ca. 38 mph (60 km/h) drückte ich den Steuerbügel raus und flog; die Trimmung stand hierbei auf Start-Stellung. Das Trike war halbvoll betankt und mit mir beladen, nicht gerde leicht mit 16 stone (102 kg, RM), aber das Quantum stieg weg mit respektablen 1250ft/min. (6,25 m/s, schon in der 54 PS-Version, deutsche Version 64 PS ! RM).
Ich stieg direkt auf 5.000 ft und versuchte ein noch grösseres Steigen bei anderen Geschwindigkeiten herauszuholen aber es ging nicht. Ich bemerkte, dass die Drehzahl seit dem Vollgastest geringer war. Sie stellte sich wieder ein, als ich am Steuerbügel zog. Durch Drücken fiel die Drehzahl wieder ab und man konnte hören, dass der Motorklang sich unter der Last veränderte. Die Drehzahl fiel nicht weiter ab, aber es gab einen richtigen "Kick in die Schuhe" als der Propeller und der Motor das Quantum gen Himmel schoben.
Ich machte mich daran, die Trimmung auszuprobieren und drehte das Trimmrad auf SCHNELL. Nach dem Loslassen des Steuerbügels beschleinigte die Maschine auf 68 mph (110 km/h). Bei stärkerem Ziehen erreichte ich ca. 80 mph (130 km/h), was ich aber nicht sehr lange halten wollte. Es war ein warmer Tag und es gab leichte Turbulenzen, die ich bewusst anflog, um zu sehen wie eigenstabil die Maschine flog. Ich war sehr angenehm überrascht - das Quantum wich kaum vom Kurs ab, nicht einmal freihändig geflogen, was mich dazu verleitete, die Spurstabilität weiter zu testen. Nachdem ich es in mehrere enge Kurven gezogen hatte und den Steuerbügel losliess, kehrte das Quantum schnell und innerhalb eines Viertelkreises selbständig in den Gerardeausflug über. Egal wie stark ich es versuchte, das Quantum durcheinander zu bringen, es gelang mit nicht, so dass ich zur Schlussfolgerung kam, die Sitze sollten eigentlich mit Armlehnen ausgestattet sein.
Die Steuerkräfte sind gut koordiniert, leichtgängig in der Neigung um die Querachse. Sie sind positiv (nicht kopflastig) und leicht, wenn man nicht versucht, gegen die Trimmung anzukämpfen. Beim Rollen ist eine Bewegung in zwei Achsen ideal damit schön leichtgängig geflogen werden kann: Durch eine kleine seitliche Bewegung, zusammen mit leichtem Steuerbügeldrücken, kann man am ganzen Himmel herumrasen. Bei grösseren seitlichen Steuerauschlägen rollt das Trike schneller, wobei die Steuerkräfte ansteigen, was ich als korrektes Verhalten empfinde.
Der Strömungsabriss war eine angenehme Kombination aus reinem Nase senken und langsamem ruhigen Sinken, abhängig davon, wie die Trimmung eingestellt war; aber es gab nichts was einen überfordert hätte.
Zurück in der Platzrunde verringerte ich die Geschwindigkeit mit der Trimmung und einem leichten Bügeldrücken. Ich flog in der Platzrunde mit 50 mph (80 km/h). Ich hatte ein gutes Gefühl, diese Geschwindigkeit im Endanflug zu halten. Nach dem sanften Abfangen flarte ich aus, und da das Quantum aerodynamisch recht gut ist, dauerte die Gleitphase recht lange. Durch das robuste Fahrwerk und die starken Bremsen, könnte man es auch viel früher aufsetzen, um die Landestrecke zu verkürzen. Mein Aufsetzen war viel ruhiger.
Ich denke, dass das Quantum ein sehr robustes, gut gebautes Trike ist, das seine Zeit sehr gut übersteht, wenn man es korrekt behandelt. Mit seinem angenehmen Handling über den ganzen Trimm-Speed-Bereich, der exzellent abgestimmten Motor-Propeller-Kombination, guter Geschwindigkeitsübersetzung, dem limousinenhaften Komfort und exzellenter Richtungsstabilität, ist es ein echter Kilometerjäger, der einen auf der Suche nach neuen Zielen am Horizont unaufhörlich weiterbringt. Es gibt zwei Dinge, die mir nicht so gefallen haben. Der Kühler scheint recht exponiert und verwundbar angebracht, aber weil er in der direkten Strömung sitzen muss, denke ich, dass das schon gut so ist (diese Anbringung wurde bei den letzten 600 produzierten Trikes so gemacht, und es gab noch keinen einzigen Schaden durch Steinschlag o.ä., RM). Der andere Punkt ist die Sicherung für den Exzenterhebel, mit dem den Mast entriegelt. Sie erschien mit nicht narrensicher genug und kann leicht entriegelt werden (der exzentrische Punkt zum Einrasten des Hebels wurde zwischenzeitlich leicht versetzt, so dass der Spannhebel mit deutlich höherem Kraftaufwand einrastet).
Das sind jedoch Peanuts. Das Quantum muss sehr strapazierfähig sein, da es sehr guten Anklang bei vielen Flugschulen findet, die bekannt dafür sind, dass sie nicht so leicht zu überzeugen sind - erst recht nicht davon, sich von ihrem Geld zu trennen. Das Quantum ist ausgezeichnet tauglich zur Schulung, welches zu Recht ein weiterer Einsatzbereich des Quantums ist. Das ehrenwerte alte Q hat seinen Dienst getan.
Microlight Flying ist nicht verkäuflich im Handel, man muss dem BMAA beitreten um es zu erhalten.
© British Microlight Aircraft Association,
The Bullring, Deddington, Banbury, Oxford. OX15 0TT
Phone: 01869 338888 Fax: 01869 337116
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Nachdruck zur Übersetzung mit freundlicher Genehmigung des MF Microlight
Flying-Magazins
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Übersetzung des englischen Originaltextes in die deutsche
Sprache durch Roy Maihöfer (RM)